World Youth Day is in the City!

Gestern standen wir noch vor der großen Anzeigentafel vor der St. Marys Cathedral und wurden doch ein wenig aufgeregt angesichts des „WYD – 1 day to go“. Unsere Jagd nach Informationen ging indes fröhlich weiter. Irgendwie kam ich mir dann doch wie bei einer Schnitzeljagd vor. schon bei meiner Ankunft am Hauptbahnhof dachte ich, ich habe noch Zeit bis zum Treffen mit den Mädels, da könnte ich ja auch einfach mal von hier aus den Schildern zu Barangaroo folgen. Die hörten aber mal lustig mitten im Getümmel am Darling Harbour auf. Bis hierher waren es schon ohne Menschenmassen satte 20 bis 30 Minuten Fußweg.

Das witzige an Barangaroo ist auch, dass das eine relativ neue bzw. nicht gerade gängige Bezeichnung für diesen Ort am Hafen ist. Fragt man also einen Sydneysider, der nichts mit dem WYD zu tun hat, dann erntet man nur verwirrte Blicke. Als wir vor ein aar Monaten die Fähre zum Taronga Zoo bestiegen hatten, fuhr diese auch an Barangaroo vorbei. Damals standen dort noch einige unansehnliche Ruinen rum und ne Menge Schrott. Auf der Fähre hörte ich auch zum ersten Mal, dass dort der Papst mit dem Boot bei seiner boat-a-cade ankommen wird. Sah nach einer Menge Arbeit aus bis dahin.

Da ich aber nicht mehr soviel Zeit hatte, habe ich meine erste Schnitzeljagd abgebrochen und bin in den Hyde Park, wo ich Laura und Yvonne getroffen habe. Nach einem Abstecher ins Merchandise Zelt, haben wir uns mal im Park nach Volunteers umgesehen und auch zahlreiche gefunden. Wir haben uns dann dafür entschieden einen etwas älteren Herren anzusprechen. Der sah irgendwie so aus, als hätte er mehr Informationen. Wir hatten auch eine sehr nette Unterhaltung. Er reist jeden Tag aus Newcastle an, was jetzt nicht unbedingt um die Ecke liegt, und wusste tatsächlich ein wenig mehr. Zumindest konnte er uns sagen, dass das „venue information pack“ nicht mehr existiert, da anscheinend schon alle Exemplare weg sind. Außerdem kannte er sich bestens im „reward system“ aus. Nach der ersten Schicht bekommt man eine Wasserflasche, nach der zweiten einen Anstecker, nach der dritten einen Schlüsselanhänger und nach der vierten die Einladung zum Papst. Da fragt man sich doch, warum ich fünf Schichten habe und Laura nur drei…

Da es heute ja noch relativ leer war in der Stadt, dachten wir Mädels uns, wir laufen schonmal zu Barangaroo und suchen den workforce entry. Barangaroo haben wir gefunden, das war ja nicht wirklich schwer, aber von der Seite her gab es gestern noch keinen Weg direkt drumrum zu laufen, wir mussten erst um ein großes Gebäude herumlaufen, das zur Zeit noch als Baustelle direkt an das Eventgelände grenzt (Konzerte mit Presslufthammer im Hintergrund?). Auf der anderen Seite angekommen haben wir dann auch den Eingang gefunden und trafen noch eine Frau aus Perth, die ebenfalls ihren Volunteer-Pass umhängen hatte. Wir sie also mal angesprochen. Sie hat uns erzählt, dass sie Teamleader ist, aber auch nicht mehr Infos hat als wir (und sie soll die Leute einweisen und erklären, was sie tun müssen!). Aber wenigstens hatte sie ein venue information pack, bestehen aus mehreren kopierten und zusammengetackerten, teils sehr verschwommenen Umgebungskarten der Eventgelände. Der workforce entry war da zwar eingezeichnet, aber hatte eine andere Nummer als der, vor dem wir standen… Jedenfalls erzählte sie uns noch, dass ihr 11-jähriger Sohn auch hier irgendwo in Sydney ist, da er zusammen mit seinem Chor hergekommen ist und unter anderem bei der Ankunft des Papstes in Barangaroo mit ihm auf der Bühne stehen und singen wird. Gesehen hat sie ihn allerdings seit drei Tagen nicht, da sie getrennt herkommen mussten.

In den Abendnachrichten kam dann auch ein kurzer Beitrag über den Papst, der Sonntag bereits in Sydney angekommen ist. Total witzig! Kommentar: Der Papst macht dieses und jenes, trifft diesen und jenen und – Achtung! – „goes bushwalking“ – dazu wird gezeigt, wie der Papst durch einen Park flaniert, im Vordergrund ein Ententeich und im Hintergrund ein paar Bäume und ein Tennisplatz! Wenn das Bushwalking ist, dann ist ein Gang über den Tennisplatz vermutlich schon ein Ausflug ins Outback…

Heute beginnt also meine erste Schicht. Zunächst werde ich Laura in der Stadt treffen und zusammen mit ihr das Vorgeplänkel (Prelude… denkt da auch noch wer an eine Retortenband?) zur Eröffnungsmesse anschauen. Direkt danach muss ich mich dann aus der Menge rausschlagen und zum workforce entry finden, da meine erste Schicht genau dann anfängt, wenn auch die Eröffnungsmesse beginnt und auch noch das Eröffnungskonzert mit Guy Sebastien (kennt den wer?) und ner Menge anderer Leute abdeckt. Werd dann wohl erst gegen 2 Uhr morgens wieder zu Hause aufschlagen. Und so geht das dann noch bis Ende der Woche, abgesehen vom Samstag, wo ich gar nicht zurück komme, wegen der Nachtschicht und dann wollte ich noch bis nach der Abschlussmesse bleiben…

Das wird auf jeden Fall mal eine sehr interessante, spannende und tolle Woche! Immerhin spielt auch das Wetter mit! Hatten gestern angeblich 20 Grad, was aber gefühlt viel wärmer war! Schönstes T-shirt Wetter, jede Menge Sonne und strahlend blauer Himmel! Zumindest tagsüber. Und so soll es auch den Rest der Woche bleiben. Wenn da mal nicht wer nen Deal mit Petrus gemacht hat…

1 Antwort zu „World Youth Day is in the City!“


  1. 1 lifestartsnow Juli 16, 2008 um 6:48

    in der zeitung und dann auch noch zum papst…mensch jenny!!! sp proud of you!!! sag dem benedetto mal, er soll man nach thueringen kommen. im moment ist hier voll die diskussion drueber, in ne katholische enklave hier (wohl aehnlich wie bei den galliern) zu locken.

    liebe gruesse!
    franzi


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