Das Wetter hier is mir immer noch ein Rätsel. Da fällt in einer Woche mal eben der komplette Niederschlag eines Monats, dann sechs Wochen lang gar kein Regen. Jetzt im Juni hat’s wieder angefangen, ne Woche lang komplett durchgeschüttet. Am ersten Tag freuen sich die Aussies nen Ast ab, wegen Dürre und so, aber nach spätestens drei Tagen (und das sind noch nicht mal Bielefelder Quantitäten!) kommt dann in den Nachrichten, dass sie nimmer wissen, wohin mit dem Wasser und die Staudämme das nimmer halten können… Die wissen auch nich, was die wollen
Dafür hatten wir dann aber gestern und heute wieder sommerliches Wetter, ne Menge Sonne, die sich heute aber mit Wind gemischt hat, weshalb ab mittags dann wieder ein Pulli angesagt war (zumindest in den Bergen).
Trotz Regens und der Warnung meiner Gastfamilie und Kollegen, dass es in Bowral nochmal ne Ecke kälter is als hier, hab ich mich Freitag nach der Arbeit auf den Weg gemacht. Am Bahnhof in Hazelbrook klingelt das Telefon, während ich auf den 15 Uhr Zug warte und Ruby is dran. Sie hatte grade mein Projekt durchgelesen, das ich ihr in die Hand gedrückt habe, bevor ich gegangen bin und fand das so toll, dass sie dachte, sie bedankt sich lieber gleich mal. Fand ich sehr niedlich
In Penrith bin ich nach etwa einer Stunde Fahrt das erste Mal ausm Zug raus – ein neues Ticket kaufen, meins gilt ja nur bis Rotty Hill und ich hatte morgens vergessen, eins zu kaufen (kann man nämlich immer nur für den Tag machen, an dem man auch fährt). Dann bin ich in den nächsten Zug Richtung Parramatta gehüpft, etwa 30 Minuten Fahrt, dort musste ich dann warten, bis der Zug nach Campbelltown kam, das is auch gut eine Stunde Fahrtzeit bis dahin. Dort angekommen musste ich dann erstmal meinen Zug nach Bowral suchen. Den hatten sie nämlich gut versteckt und nicht ausgeschildert. Wer kann denn ahnen, dass sich am Ende der einen platform noch ein weiterer, kürzerer Bahnsteig hinter einem der Gebäude versteckt? Ich hab’s geahnt (naja, wenn der Fahrplan da rumhängt, kann der Zug ja auch nich weit sein) und ne Minute vor Abfahrt in den Zug geschafft. Eine weitere Stunde später kam ich um 19.33 Uhr in Bowral an. Den Ort spricht man übrigens ganz anders aus, als man ihn schreibt. Was gerade bei meinen Kollegen für Entertainment gesorgt hat, ich hab den Ort am Ende nur noch buchstabiert *gg*
Monique hat mich brav vom Bahnhof abgeholt und das komplette Wochenende durch Bowral und die umliegenden Ortschaften gekarrt. Auch wenn da nich gerade der Bär steppt, hatten wir unseren Spass, haben sämtliche look outs und waterfalls besucht, sind auf Felsen rumgeklettert, durch den Park gecruist, haben eine überfutete Strasse überquert (quasi meine erste 4WD Tour *gg*), das Kricket-Museum verspottet, waren im Kino, haben die Farm gesehen, auf der „Babe“ gedreht wurde und eine große Kartoffel bewundert. Dann war ich noch auf dem Illawara fly tree top walk und hab mich halb wegwehen lassen
. Das Wochenende an sich ging natürlich mal wieder viel zu schnell rum, aber ich glaube, ich habe trotzdem so ziemlich alles gesehen, was man sich dort so ansehen kann
Vor allem war es sehr schön, Monique mal wieder zu sehen. Das nächste Mal werden wir uns wohl erst wieder in Deutschland sehen, es sei denn, wir treffen uns zufällig nochmal unterwegs in Australien
Unter anderem deshalb hab ich auch accidentially on purpose meinen Regenschirm bei ihr im Auto liegen gelassen (nee, lag natürlich nich daran, dass der total krüppelig war und bei Kontakt mit Wasser abfärbt…). Hat sie ein Andenken von mir


Was seither geschah?
Ich habe mir endlich eine etwas größere Speicherkarte für meine Kamera zugelegt. Kann ja nich sein, dass ich die immer schon an einem Tag voll kriege (1 GB is einfach zu wenig). Nen neuen Regenschirm habe ich mir auch geleistet
Ein Angebot für meinen Volunteer- Job is auch angekommen, zusammen mit tausend Formularen zum ausfüllen. „Crowd Marshall Assistant“ is mein Titel und meine Aufgabe: Greeting pilgrims on arrival at major World Youth Day venues, providing directional assistance to pilgrims, checking accreditation at relevant check points and representing Sydney at one of the largest events to come to this city. Auf deutsch: Türsteher.
Ich üb auch schon fleißig „Du kommst hier net rein“ und „Da geht’s zum Papst“ zu sagen
Weil ich Mittwoch auf Arbeit so wenig zu tun hatte, hab ich den Kram da erstmal ausgedruckt, ausgefüllt und zusammen mit sämtlichen Ausweisen eingescannt und den Kram dann zurückgemailt. So einfach kann das Leben sein
Und ich bin trotzdem noch früher nach Hause gegangen.


Aber keine Sorge, ich hab nich zu wenig zu tun. Nächste Woche ist Donnerstag der Early Childhood Summit, auf den ich auch gehe und Freitag der Floortime Workshop. Zum Summit kommen 180 Menschen, die am Ende alle ein Evaluationdingen ausfüllen werden. Und nun ratet mal, wer die Teile alle auswerten darf? Right. Werde also in den School Holidays (mal wieder zwei Wochen am Ende des Terms) genug zu tun haben. Dabei bin ich eine Woche der Ferien gar nicht auf Arbeit, wegen dem Weltjugendtag (WYD). Und wenn ich vom WYD wieder zur Arbeit komme, dann ist auch schon die neue Praktikantin aus Deutschland da. Das is voll das komische Gefühl, dann alles abgeben zu müssen! *willnich*
Gestern abend bin ich nach der Arbeit direkt in die Stadt gefahren. Der Internship-Heino von AIFS hat es nämlich endlich auf die Reihe bekommen, ein Treffen in einem Pub in The Rocks zu organisieren. Außer mir waren noch etwa 7 andere Praktikanten da. Zwei Deutsche, zwei Franzosen, zwei Amis und eine Asiatin. Mit den Amis und der Asiatin hab ich mich leider nicht unterhalten können, weil sie zu weit weg saßen und früh gegangen, bzw. erst spät gekommen sind. Dafür hab ich aber gleich mit einer der beiden deutschen Mädels und mit dem Franzosen Nummern ausgetauscht und ausgemacht, dass wir mal zusammen weggehen. Wenn das alles so hinhaut, wie wir das gestern spontan beschlossen haben, dann werden wir gleich morgen abend in einen Nightclub gehen. Könnte danach dann auch bei dem einen Mädel übernachten, weil sie in der Stadt wohnt. Freu mich ja auch schon voll drauf! Endlich mal wieder weggehen und tanzen und trinken und so (scheiße, ich hör mich an wie einer von diesen fiesen Jugendlichen)! Werde dann mal berichten, wie es war.










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