Uiuiui, die Zeit vergeht wie im Flug!
Inzwischen bin ich in meiner fünften Praktikumswoche und ja, ich bin immernoch begeistert! Um euch nicht mit den umfangreichen Details zu erschlagen, hier nur die Highlights der vergangenen Tage: Bei der Montagsplaygroup habe ich jetzt einen kleinen Freund, der immer strahlt, wenn er mich sieht und mich letztens sogar zum Abschied total süß umarmt hat, weil ja jetzt Schulferien sind und er mich drei Wochen nicht sieht. Seine Mama hat auch gleich mal nachgefragt, ob ich denn danach noch da bin und sich auch gefreut, dass ich noch so lange bei der playgroup bin. Die Dienstagsclass war total super, weil ich mich die meiste Zeit mit dem kleinen Jungen, den ich observiert hatte, beschäftigt habe und es unglaublich ist, was er alles macht, wenn man sich eins-zu-eins mit ihm beschäftigt. Er hat selbst Spiele mit mir initiiert und gelacht, viel geredet und ist sogar durch die Gegend gehüpft usw. Total schön, ihn so aufblühen zu sehen! Dann war ich noch auf diversen Meetings (da hatte ich auch die Gelegenheit ein kleines Baby, grad mal acht Wochen alt, auf dem Arm zu halten, sowas winziges! total niedlich!), habe bei Vorbereitungen zum Family Fun Day, der Donnerstag stattfindet, mitgeholfen (irgendwie hab ich mich wohl freiwillig gemeldet das face-painting zu machen, keine ahnung, wie das passieren konnte *gg*), endlich das Logo für das Transition to School Program fertig erstellt (Ruby freut sich ohne Ende *lol*), zahllose Visiuals kreiert und hab meinen Ferienarbeitsplan bekommen. Muss diese und nächste Woche nur je drei Tage arbeiten, d.h. bei drei School Holiday Activities mithelfen, beim Family Fun Day und zwei Tage im Office. Die beiden Tage im Office werde ich damit verbringen noch mehr Visuals zu erstellen (nach der Liste werde ich bei einigen mangels Vorlagen kreativ werden müssen) und den Classroom für den Play-Based Screener Day am Montag nach den Ferien herzurichten. Das ist eine ziemlich große Aufgabe. Der komplette Classroom muss von Additional Needs zu Play-Based Screener umgebaut werden, sprich fast alle Spielzeuge usw. ausgetauscht und so aufgebaut werden, dass sie für die Kinder ansprechend sind. Ich muss genau die raussuchen, die die Kinder attraktiv finden und die dann im Spielverlauf irgendwelche Rückschlüsse auf ihr Sozialverhalten (teilen, Kommunikation, Interaktion usw.), Motorische Fähigkeiten und kognitive Entwicklung etc (altersgerecht 2-5 Jahre) zulassen. Bei der Masse an Spielzeug die nicht nur im Classroom und im dazugehörigen Lagerraum, sondern auch in der Toy library (wie ne Bücherei, nur mit Spielzeug) vorhanden sind, gar nicht so einfach! Da verliert man schnell den Überblick. Aber ich hab schon angefangen und auch so meine Vorstellungen. Hoffe nur, dass die dann auch richtig sind. Jedenfalls darf ich dann auch beim Screener-Day dabei sein, obwohl ich ja eigentlich montags in Blackheath bin. Wird bestimt super interessant!
Ja und dann waren da noch die Wochenenden
Vorletztes Wochenende war ich Samstags in Parramatta und hab mir da mal die Mall angeschaut. Krasse Sache, sag ich euch! Sechs Etagen voll mit allen erdenklichen Läden! Da braucht man den ganzen Tag, wenn man sich da einmal durcharbeiten will (hab ja auch sonst nichts zu tun).
Sonntag war hier der erste „Red Bull Flugtag“ und ich war mit Nicole in Sydney verabredet. Gar nciht so einfach, wenn man dann noch die Uhr umstellen muss. Man sollte denken, dass es den meisten Menschen ganz gelegen kommt, eine Stunde geschenkt zu bekommen (wir haben jetzt Winterzeit!). Ich fand’s gut und es hat bei mir auch reibungslos geklappt. Nur die arme Nicole hat (sehr zu meiner Erheiterung) das ganze ein wenig verpeilt und die Uhr nach deutschen Vorbild umgestellt, also eine Stunde vor statt eine Stunde zurück. Was zur Folge hatte, dass sie sich morgens um 10 (dachte sie zumindest) in einer erstaunlich ruhigen Innenstadt Sydneys wiederfand. Natürlich war ich noch nicht da, ich lag da noch in meinem Bett und dachte übers aufstehen nach… Nach einem kurzen Uhrenvergleich in der Stadt viel ihr dann auch auf, dass sie sich selbst zwei Stunden geklaut hat und es erst 8 Uhr morgens war…
Nachdem es dann wirklich 10 Uhr war, sind wir dann auf in den Botanischen Garten, in dem der Flugtag stattfand. Dort waren schon Unmengen an Menschen, die dem australischen Volkssport, dem Picknick, fröhnten. Angeblich waren es bis zum Höhepunkt des Flugtags sogar 60.000 Menschen! Die Leute standen am Ufer entlang bis zum Opernhaus um sich das Spektakel anzuschauen. War ziemlich lustig und danach sind wir noch ein bisserl spazieren gegangen.
Letztes Wochenende war es dann soweit, der erste richtige Trip aus Sydney raus: Canberra. Viel zu früh am Samstag morgen ging es los. Aufstehen um 5.30 Uhr, Zug nach Sydney um 6.36 Uhr, Greyhound-Bus nach Canberra um 8 Uhr, Ankunft in Canberra um 11.30 Uhr. In Canberra angekommen mussten Nicole und ich noch ein wenig auf Monique warten, die mit dem Zug anreiste. Zusammen haben wir uns dann auf einem kleinen Umweg zum Hostel begeben, eingecheckt und uns auf die Socken gemacht. Erstmal Mittagessen und dann an den See, wo wir den kompletten Nachmittag verbracht haben. Nebenbei waren wir noch im Aldi (ja, ein bisserl Heimat muss sein…) und als wir abends wieder im Hostel aufschlugen, mussten wir feststellen, dass wie in unserem 10er Zimmer die einzigen drei Mädels waren und die restlichen Betten von Männern belegt waren, die weder hübsch noch als Peers anzusehen waren… Den Rest des Abends haben wir dann mit Mikrowellenpopcorn auf der Dachterrasse des Hostels verbracht und uns gegenseitig Anekdoten aus unseren Leben in Deutschland und den Erlebnissen hier in Australien erzählt, was total witzig war.
Nach einer Nacht mit relativ wenig Schlaf (*schnarch*), mussten wir auch schon wieder auschecken und wollten den Rest des Tages bis zur Abfahrt mit Sight-Seeing verbringen. Wir entschieden uns für die günstigen öffentlichen Verkehrsmittel, sprich Busse. Allerdings mussten wir schnell feststellen, dass Canberra an einem Sonntag eher einem kleinen Kaff gleicht als einer Hauptstadt. Dementsprechend fuhren auch nicht alle Busse und die, die fuhren auch nur einmal pro Stunde. Irgendwie haben wir’s dann nach hundert befragten Leuten und Busfahrern (und wie beim Familienduell auch bekommt man hier nicht von allen hundert die gleiche Auskunft) bis zum Old House of Parliament zu kommen. Und was fährt da in einem Auto vor? Ein Alpaca, das mit seinem Besitzer wohl öfter mal solche Ausflüge macht, weil es doch so gerne Auto fährt… Aussies haben eben komische Hobbies! Von dort aus sind wir dann zu Fuß zum House of Parliament (das neue, was auch wirklich benutzt wird) gelaufen. Das Ding ist total witzig gebaut. Auf dem Dach ist Gras und das Dach ist rechts und links ebenerdig, man könnte also vom „Vorgarten“ aus komplett über Gras bis zum höchsten Punkt des Daches laufen, wenn die Absperrungen nicht wären. Da man hier umsonst rein kommt, haben wir uns das Ganze auch mal von innen angeschaut. Neben den üblichen Dingen findet man dort drinnen auch einen Brunnen, Wandteppiche, die von australischen Schulkindern gewebt wurden (Kinderarbeit nenn ich das!), sowie einen Geldautomaten der Westpac. Vielleicht sollte man das in Deutschland auch mal einführen, dann würde die Haushaltsdebatte vielleicht ein wenig entspannter verlaufen
Oh und in einem der Sitzungssäle (man kommt halt nur auf die Besuchertribüne, aber eben da waren wir) wurden Monique und ich zur Attraktion. Während wir dort so saßen, um uns ein wenig auszuruhen, viel eine kleine Gruppe Asiaten ein und setzten sich enben uns, ließen sich was erklären und machten Fotos, also so ganz klischeehaft halt. Auf einmal spricht mich der Typ, der gerade noch was erzählt hat an. Ich total verwundert, was will der denn auf einmal? Ob wir uns für ein Foto zur Verfügung stellen würden. Hm, joa, wenn’s die denn glücklich macht. Hab ihm aber noch erklärt, dass wir keine Australier sind, sondern Deutsche, was deren Begeisterung aber keinen Abbruch getan hat, das wäre egal, es geht denen halt darum, dass wir nicht asiatisch aussehen (nach dem Motto, ob nun Australier oder Europäer, sehen doch eh alle gleich aus…). nicole haben sie nicht gefragt, die sass zwar fast mitten in der Gruppe, aber da sie schon eine nette Bräune angenommen hat und dunkle Haare hat, schien sie im Gegensatz zu uns beiden hellhaarigen Mädels nicht europäisch genug auszusehen *lol*. Selten so gelacht. Am Ende haben wir den Herren noch den Typ gegeben, den Leuten einfach zu erzählen, wir wären Australier
Unser Lachen hatte auch dann kein Ende, als wir draußen an der falschen Bushaltestelle unter einem nicht ganz durchdachten Unterstand im Regen standen, inklusive Gewitter und Hagel. Aber jeder Regenschauer hat ein Ende und nachdem wir dann das House of Parliament fast einmal komplett umrundet hatten, fanden wir auch die richtige Bushaltestelle. Super timing, denn der Bus fuhr schon auf den Stop zu und wir winkten und hüpften wie wild, damit er uns auch ja nicht übersieht. Man soll es kaum glauben, aber trotz des tollen Bussystems in Canberra haben wir es doch auch noch zur Royal Australian Mint (da, wo das Geld herkommt) geschafft und uns dort unsere eigene Münze geprägt (2,60 für eine Münze, die 1AD wert ist und die man nie ausgeben wird, aber die Touri-Ehre verpflichtet). Dann wieder zurück in die Stadt, Abschied von Monique, ein schnelles Abendessen und Nicole und ich sassen schon wieder im Greyhound, der uns durch ein nächtliches Gewitter zurück nach Sydney brachte. Um 22.30 Uhr war ich dann auch wieder zu Hause. Gut, dass ich gestern ausschlafen konnte, weil ich ja frei hatte!
Inzwischen habe ich auch meinen Trip nach Melbourne gebucht. Nächste Woche Donnerstag geht es los! Freu mich schon wahnsinnig. Werde eine Tour nach Philips Island machen, um mir die allabendliche Pinguin-Parade anzuschauen und meine Brieffreundin aus Sri Lanka treffen, die ja in Melbourne studiert. Exciting!
Aber vorher habe ich auch nochmal ein langes Wochenende. Freitag frei und Sonntag machen wir die Blue Mountains Tour.






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