Mit 'Harbour Bridge' verschlagwortete Einträge

Kurz vor halb

Am Wochenende habe ich hier praktikumsmäßig Halbzeit! Die Zeit fliegt aber auch nur so dahin, ich mag gar nicht dran denken, dass ich in 20 Wochen wieder die Rückreise antreten muss…

Also schnell ein Update, was hier die letzte Woche so passiert ist: Beim Praktikum kloppt man sich regelrecht um mich ;) Lisa hat ihre Arbeitszeit geändert, d.h., sie arbeitet Dienstags Nachmittags nicht mehr, dafür aber an anderen Tagen und wollte daher ihre Jenny-Zeit ändern, nämlich den Di Nami gegen den Donnerstag Vormittag eintauschen, weil sie mich gerne an beiden Tagen in der ECI-Class haben möchte, weil die Kinder mich doch so gern haben. Leider kann ich da aber gar nicht, weil Donnerstags ja mein MOCS-Tag ist und ich den auch gar nicht eintauschen will, schließlich hat die Woche ja auch nur einen dieser Tage ;) Naja, nach einigen Überlegungen haben wir uns alle nun darauf geeinigt, dass ich Di Namis mit Ruby arbeite und dafür Freitags Namis mit Lisa auf ihre Visits gehe. Das allerdings bedeutet, dass ich jeden zweiten Freitag nach der Springwood Playgroup mit Jeanette zurück nach Hazo fahre und von dort aus dann mit Lisa losziehe. Aber für diese Visits gebe ich gerne meinen freien Nachmittag her, die sind nämlich immer recht interessant und man sieht ne Menge. Heute war ich mit Ruby auf Itinerant Visits in Kindergärten, habe in dem einen eine Observation bei einem Jungen zwecks informellen Screeners gemacht und in dem anderen gab’s ein IFSP-Meeting für einen Jungen mit Hörbehinderung über seine Bedürfnisse und Möglichkeiten, was seine Einschulung nächstes Jahr betrifft. Dabei war auch einer vom Dept of Education, der speziell mit Kindern mit Hörbehinderungen arbeitet und der hatte ein sehr interessantes Gerät dabei, das einem ermöglicht, einmal auszuprobieren, wie es ist, nur mit einem Hörgerat hören zu können! Das war echt mal ein Erlebnis!

Nächste Woche ist ein Healthy Start Forum in der Stadt und Ruby hat mich gefragt, ob ich mitkommen will. Klar will ich, kostet ja nichts und Lunch gibt es auch *gg* Ah, und ab Ende Juli kommt eine weitere Praktikantin aus Deutschland (da könnt ihr mal sehen, wie begeistert, die von mir sind, dass die noch mehr wollen *gg*), d.h., dass sie anfängt, während ich noch da bin und sich unsere Zeit quasi zwei Wochen lang überlappt. Bin ja mal gespannt, wem ich da „meine“ Kinder und Familien übergebe ;)

Am Wochenende hab ich mir erstmal einen ruhigen Samstag gemacht, weil es trackworks gab und keine Züge fuhren. Es gab zwar Ersatzbusse, aber die haben allein nach Penrith schon 40 Minuten gebraucht und da hatte ich einfach keine Lust zu.

Sonntag hab ich dann mal wieder Nicole in der Stadt getroffen. Unser Projekt war diesmal der Pylon-Lookout, für den wir beim Bridge-Climb Tickets umsonst bekommen haben, sowie die Überquerung der Harbour Bridge, diesmal aber ganz ordinär auf dem Fußgängerstreifen.

Der Pylon-Lookout ist ein bisschen anstrengender als der Bridge Climb, da man hier tatsächlich Treppen hochlaufen muss (ne, Nicole?;))! Auf den Etagen bis zum Aussichtsbalkon gibt es eine Ausstellung rund um den Bau der Brücke, von der Idee eine Brücke zu bauen bis zur Einweihung.

Nachdem wir den Aufstieg hinter uns hatten und auch heil wieder unten angekommen sind, sind wir dann über die Brücke zur anderen Hafenseite gewandert. Was es dort gibt? Verdammt teure Häuser, von denen einige mehr oder weniger berühmten Persönlichkeiten gehören, die mich aber allesamt nicht so brennend interessieren, dass ich mir ihre Namen merken müsste und den Luna Park.

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund ist diese Seite auch ein Anziehungspunkt für Hochzeitsgesellschaften und so trifft man eigentlich immer auf mindestens ein Pärchen in Kleid und Frack, umschwärmt von einer Horde Brautjungfern, Blumenkindern und Fotografen, die die sichtlich im kühlen Herbstwind frierende Braut von einem Punkt am Ufer zu anderen scheuchen, nur damit sie auf dem Hochzeitsfoto das Opernhaus oder die Brücke im Hintergrund haben. So ganz verständlich find ich das nicht, aber bitte, wenn man gerne so seinen Hochzeitstag verbringen will…

Nach einem kurzen Bummel über den Luna Park, verweilten wir ein wenig am Ufer und sind dann wieder zurückgelaufen um uns noch ein bisserl Bildung anzutun. Diesmal widmeten wir dem MCA ganze 30 statt wie letzte Woche nur 5 Minuten ;) Es ist doch immer wieder interessant, was manche Menschen einem als Kunst verkaufen wollen.

Ansonsten war die Woche sehr nett, hab es tatsächlich auch hingekriegt mit einigen Leuten zu chatten und zu skypen (BABE! Miss ya even more now!) und auch ein Wochenende festzulegen, an dem ich Monique in Bowral besuchen werde, bevor sie und Nicole Ende Juni nach Brisbane entfliehen.

Exciting News

Ich habe gestern unglaublich lange der Telefonwarteschleifenmusik von Qantas lauschen dürfen. Und die ist akustisch gesehen qualitativ nicht gerade hochwertig, sondern entspricht etwa dem, was man mit dem Autoradio empfangen kann, wenn man sich auf der Autobahn Bielefeld nähert. Wer das schonmal gemacht hat, weiß, dass man (zumindest mit einem Auto älteren Jahrgangs und dem entsprechenden Autoradio) kurz vor Bielefeld eine Art Funkloch passiert. Nach und nach verabschiedet sich ein Sender nach dem anderen und sogar die Lokalsender werden vom Rauschen geschluckt. Das könnte natürlich auch an der relativen Existenz Bielefelds liegen, aber das überlasse ich dann mal lieber den Verschwörungstheoretikern. Wie dem auch sei, animiert einen dieses Musikgerausche eher dazu aufzulegen. Ich konnte jedoch dem Verlangen widerstehen, das Telefon an die Wand zu hauen und auf dem Hörer rumzuspringen, bis das Gedudel, durchzogen von Rauschen und Informationen über Qantas, die kein Mensch wissen will, endlich aufhört. Geduldig wie ich bin, habe ich gewartet, bis ich tatsächlich eine menschliche Stimme, wider erwarten mit australischen Akzent, am anderen Ende der Leitung wahrnahm. Nach 15 Minuten und einer unglaublichen pfadfinderischen Leistung meinerseits (hab tatsächlich alle Angaben gefunden, obwohl die Ortsbeschreibungen vom anderen Ende nicht gerade hilfreich waren, da dem jungen Mann anscheinend eine andere Ticketversion vorlag als mir), hat der Qantas-Mensch es doch glatt geschafft, mir einen Platz zu reservieren, allerdings müsste ich dann nochmal in ein Qantas-Büro, dort 50€ zahlen und mein Ticket ändern lassen, da ich ja ein Papierticket besitze. Wann ich das mache, ist aber egal, hauptsache, es passiert vor dem Flug (sehr logisch). Also steht es jetzt fest, ich trete meine Heimreise zwei Wochen später an. Damit habe ich exakt neun Wochen Zeit um mir die unendlichen Weiten Australiens anzutun. Danach starte starte ich dann am 5. Oktober um 16.55 Uhr in Sydney, lande – nach einem Stopover in Singapur – am nächsten Tag um 6 Uhr in Frankfurt und bekomme obendrein noch ganze 8 Stunden geschenkt. Na, wer kommt mich abholen? ;)

Die andere, noch viel aufregendere Nachricht ist diese: Und zwar hat Ruby mir gestern erzählt, dass sie einen Behaviour Management Kurs für Eltern anbieten, die ihre Kinder nicht in den Griff kriegen. Und zwar wird das ganze so ablaufen, dass sich die Gruppe über zehn Wochen einmal wöchentlich trifft. Die Eltern sind zunächst in einem Raum, von dem aus sie durch einen Ein-Weg-Spiegel beobachten können, was im anderen Raum abgeht. In dem anderen Raum sind ihre Kinder mit je einem Betreuer pro Kind, sodass eine Eins-zu-Eins-Situation entsteht. Die Betreuer werden dann jeweils zwei Behaviour Management Strategien anwenden, die den Eltern im anderen Raum von zwei Psychologen erklärt werden. Im zweiten Schritt sind die Eltern an der Reihe, diese Strategien auszuprobieren und werden dabei gefilmt, damit das Ganze anschließend nochmal ausgewertet werden kann. Dann gehen die Familien nach Hause und üben die Strategien hoffentlich in der Woche zwischen den Sitzungen. Das Programm ist eigentlich für schwererziehbare Kinder und Jugendliche entwickelt worden und die Familien brauchen nichts für die Teilnahme zu bezahlen. Die Kinder, die in der Gruppe sein werden, sind z.B. ein autistisches Kind, das zu aggressivem Verhalten neigt, hochintelligente Kinder, die wissen, wie sie ihre Eltern geschickt manipulieren können und Kinder, die zu Hause regelrecht austicken und sich so in ihre „Tantrums“ reinsteigern, bis sie sich schließlich übergeben usw. Und jetzt kommt’s: Ich soll einer der Betreuer sein! Natürlich bekomme ich vorher ein Training, wie alle anderen Betreuer auch, damit wir auch weiß was wir da vormachen sollen *gg* Hui, das ist unglaublich spannend! Eigentlich sollte heute dazu ein Meeting stattfinden, allerdings wurde das heute morgen gecancelt, weil es in der Klinik, in der es stattfinden sollte wohl einen großen Notfall gab. Wenn das Programm aber tatsächlich in den nächsten zwei, drei Wochen anlaufen soll, dann werde ich auch noch bei allen 10 Sitzungen dabei sein! Bin schon ein bisschen aufgeregt!

Hui und dann hab ich seit ein paar Minuten noch eine aufregende Neuigkeit: Ich werde am Sonntag zusammen mit Nicole die Harbour Bridge raufkraxeln! Hach, wie ich mich da drauf freue!


Kleine Anekdoten

Jane: "We should do something before you go. Maybe go out for lunch or dinner. Or we should have drinks and go out. I haven't seen you drinking!" Ich: "You don't wanna see that, believe me ;)" Jane: "What would you like to do?" Ich: "Stay here?!" Jane: "Oh yeah! Could you arrange that?"

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