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Updates on Weekends

Hier das versprochene Update!

Mein Halbzeit-Wochenende: Samstag bin ich mit Nicole in der City zum Paddington Market gefahren. Bis dorthin haben wir noch den Bus genommen. Von der Größe des Marktes enttäuscht (so wie die Sydneysider davon sprechen, erwartet man einfach mehr ;) ), haben wir uns dann zu Fuß Richtung Bondi Junction aufgemacht. Meine Kollegin meinte nämlich, das wäre nicht so weit. Stellte sich dann doch als etwas weiterer Fußmarsch raus, aber war auch okay. Dort angekommen sind wir erstmal in einen 2-Dollar-Laden gegangen und haben tatsächlich auch was gekauft, unter anderem Aussie-Fähnchen fürs Scrapbook später (da sollen mal einer sagen, wir denken nicht voraus!). Da es dort ja auch eine große Mall gibt, sind wir auch gleich dort mal rein und ja, die ist wirklich riesig! Nach einigen Umwegen ahben wir dann auch den Food Court gefunden und konnten uns ein wohl verdientes Lunch genehmigen. Dort, ich glaube bei Woolworth, musste Nicole dann auch gleich mal Bun Bumble Bees kaufen, einfach wegen dem Namen. Die haben wir uns dann auch gleich mal draußen auf einer Bank genehmigt. Allein der Name und dann auch noch das Aussehen der Dinger war einfach herrlich! Wir haben uns erstmal ne Ewigkeit darüber lustig machen müssen, bevor wir uns einigermaßen ernsthaft damit beschäftigen konnten, wie man die Teile nun am besten isst… Fotos dazu gibt’s im StudiVZ in Nicoles Profil, allerdings glaube ich, nur für Freunde…

Nach diesem Brain-Food haben wir dann den Schluss gezogen, dass Bondi Junction dem Namen nach nicht zu weit von Bondi Beach entfernt sein dürfte. Tja, war dann aber doch weiter als gedacht, aber wir haben ne Menge von Bondi gesehen ;) Irgendwann sind wir dann aber doch angekommen und hatten noch genug Tageslicht um uns die Surfer anzuschauen und den Sonnenuntergang, der unverschämterweise nicht über dem Meer stattfand, abzuwarten. Nach weiteren Umwegen (nicht näher zu definieren) haben wir es dann auch geschafft, einen Bus zurück zu nehmen und den Tag zu beenden.

Sonntag bin ich mit meiner Gastmutter und einer meiner Gastschwestern in die Mal gefahren um ein neues Piercing zu bekommen. Hamwa quasi gleich nen Familienausflug draus gemacht, die beiden wollten sich das anschauen. Mussten aber draußen warten und waren schwer enttäuscht, dass sie keinen Schrei von mir gehört haben ;) Man kann halt nich alles haben (ich aber schon!).

Letzten Samstag hab ich fast zwei Stunden gebraucht um in die Stadt zu kommen. Trackworks… Schienenersatzverkehr brauchte doppelt so lange wie der normale Zug und wir hatten ein sehr lustigen Busfahrer, der an einer Haltestelle einfach mal den Bus abgestellt hat, uns zurief: „Make your calls, guys, I’m going to the toilet!“ Und weg war er. Als er wieder kam, bemerkte er zum vollbesetzten Bus: Was für eine Erleichterung! Männer können halt nich so lange einhalten wie Frauen!…. Ja nee, schon klar!


In der Stadt angekommen, haben Nicole und ich unsere Tickets fürs Aquarium und die Wildlife Word eingelöst, die wir ja schon damals in den ersten Wochen gekauft hatten. Im Aquarium haben wir uns über das faule Krokodil, die Haie und einige recht dämlich dreinblickende Fische lustig gemacht, Seesterne und Seeigel gestreichelt, Fische mit dem Fotoapparat gejagt (die Viecher halten aber auch einfach nich still!), sowie Nemo und seine Freunde gefunden.

Zwischendurch hab ich auch das ein oder andere über die Viecher und so gelernt, denn ab und an lese ich tatsächlich mal, was so auf den Schildern steht ;) In der Wildlife World ebenso. Dort hätten wir Käfer und ziemlich ekelig aussehende große Maden streicheln können (man beachte den Konjunktiv!), waren glücklicherweise durch ne Menge Glas von riesigen Spinnen und dem gefährlichsten Vogel Australiens, sowie diversen mehr oder weniger todbringenden Schlangen und anderen Reptilien getrennt, dienten als Schmetterlingslandeplätze, sahen aktive(!) Koalas und streichelten Kangaroos.

Nach so viel anstrengenden Erlebnissen mussten wir erstmal eine Pause am Darling Harbour einlegen und beschlossen den Tag mit einem stroll über Paddy’s Market. Traurigerweise mussten wir feststellen, dass dies das vorletzte Wochenende ist, das wir gemeinsam in Sydney verbringen, da ich dieses Wochenende nach Bowral fahre um Monique zu besuchen und Nicole mit ihrer Gastfamilie in die Berge fährt und in zwei Wochen sitzen die beiden schon im Flieger nach Brizzy!

Sonntag hab ich mir dann einen einigermassen ruhigen Tag gemacht, schließlich sah es sehr nach Regen aus, das Wetter hat gewechselt, wird ja schließlich Winter (Es hat Mo, Di und Mi geregnet, Dienstag ohne Unterbrechung, teilweise echt in deutschen Quantitäten und laut TV ist bis heute schon die Hälfte der durchschnittlichen Regenmenge für diesen Monat runtergekommen). Daher bin ich nur los in eine der Malls in der Nähe, ein bisserl bummeln. Zufälligerweise war in Penrith ein Markt, wobei der auch nur aus ein paar Ständen bestand, also nich wirklich was besonderes, war aber mal ne nette Abwechslung.

Morgen werde ich nach der Arbeit direkt zu Monique fahren, das sind nämlich drei Stunden Zugfahrt, mit zweimal umsteigen, was für australische Verhältnisse aber noch ganz okay ist.

Hab übrigens heute erfahren, dass Anfang Juli eine amerikanische Studentin für sieben Wochen in meine Gastfamilie kommt. Zumindest wahrscheinlich, denn anscheinend hat sie Probleme mit dem Visum… Amis halt ;) Hoffentlich ist sie nett, dann könnte man ja mal was zusammen machen.

Blue Mountains & Melbourne

Hm, so langsam wird’s echt schwierig, mit der Zeit Schritt zu halten ;) Die legt aber auch ein Tempo vor, dass ich mich frage, ob es dort, wo sie hinwill, etwas umsonst gibt.

Auf Arbeit ist nicht ganz so viel passiert, waren ja Ferien. Ich habe mindestens 160 Visuals erstellt (ja, inzwischen ist der Laminierer ein guter Freund geworden *gg*). Dann hatten wir letzte Woche den Family Fun Day, der in einem Park stattfand und trotz Nieselregens regen Zuspruch gefunden hat, besonders mein Face-Painting-Tisch. Meistens habe ich auch früh frei bekommen, ich glaube, ich hatte bis auf einen Tag immer so zwischen eins und zwei Feierabend. Was sehr gut war ;) Übrigens hab ich mich unter anderem mal mit der Sprachtherapeutin unterhalten, weil die zufällig ihr Paperwork am PC neben mir gemacht hat und die war echt hin und weg von meinem Englisch, dass ich das ja so gut kann und wenn ich schon so gut Englisch spreche, dann kann ich sicher noch ein paar andere Sprachen, weil sich das so nach einem Sprachtalent anhört… Also wenn das eine Sprachtherapeutin sagt, dann kann ich das ja wohl mal glauben ;)

Oh und ich habe Ruby mal wieder restlos begeistert. Ich sollte ja den Raum für den Play-Based Screener Day vorbereiten und sie war hin und weg, hat gleich mal Jane geholt, damit sie sich das auch anschauen kann. Ich sag euch, das war ein Bild! Da stehen zwei erwachsene Frauen, beide Mütter bereits erwachsener Kinder, und zeigen abwechselnd auf Sachen und rufen sowas wie „guck mal, die Teddies machen ein Picknick“ und „oh, ich möchte auch damit spielen!“… herrlich! *gg* Bin ja schonmal gespannt, wie schnell die Kinder das am Montag auseinander nehmen werden. Es werden 12 Kinder erwartet und geschätzt wird, dass wahrscheinlich 10 davon Auffälligkeiten in der Entwicklung zeigen. Ich bin für den Tag von meiner Playgroup freigestellt und soll mich mit den Kindern beschäftigen, weil die beiden Beobachter das wohl nicht machen können, und zusammen mit jemand anderem darauf achten, dass nicht zu viel Chaos entsteht.

Letzte Woche Freitag war ich in der City, weil ich frei hatte und mal ins AIFS HQ wollte. Dort angekommen hab ich mich erstmal auf eine von den Reisebüro-Tanten gestürzt und mir tausend Infos und Broschüren zwecks Preisvergleich geholt. Stellt sich hier raus, dass zumindest die Flüge billiger sind, wenn ich sie direkt bei den Airlines online buche, als über das Reisebüro, also brauch ich da nich mehr hin, hab ja jetzt meine Infos. In besagtem HQ hat mich dann noch der Typ, der jetzt für das Internship Programm verantwortlich ist, angequatscht. Mit Namen (hallo, dass der sich sowas merkt, is immerhin schon über nen Monat her gewesen!) und auch noch auf deutsch! Ich erstmal völlig von den Socken, dass mich wer ohne Vorwarnung auf deutsch anspricht *shock*. Naja, fragt er, wie’s läuft und was das Problem ist. Gibt kein Problem. Kann ja wohl auch mal ohne ein Problem zu haben bei der Agentur vorbeikommen, oder? Tz…

Naja, da ich schonmal in der City war und im Organisationsmodus, bin ich auch gleich mal beim Büro für den Weltjugendtag vorbeigelaufen. Hab mich ja mal online als Volunteer dafür beworben, nur irgendwie scheine ich das System damit verwirrt zu haben, dass ich zwar nen deutschen Pass und die deutsche Adresse, die dazugehört angegeben habe, aber gleichzeitig auch, dass ich schon in Australien bin und die dazu passende australische Adresse angegeben habe. Nach ein bisserl rumfragen und einem kurzen Telefonat durfte ich dann vom 15. in den 5. Stock fahren, wo mich eine nette Mitarbeiterin zum Interview erwartete. Nun heißt es warten, denn die Benachrichtigungen gehen erst so gegen Ende Mai raus. Spannende Sache!

Sonntag bin ich dann mal wieder um 5.30 aufgestanden und in die City gedüst um mich mit Nicole zu unserer Blue Mountains Tour zu treffen. Der Guide war ziemlich witzig und hat eine Menge Sachen erzählt, die ich glaube ich gar nicht alle behalten kann. Unter anderem auch, woran man einen Returning Bomerang erkennt, wie man ihn wirft und woher das Kangaroo seinen Namen hat.

Der erste Stop war der Featherdale Wildlife Park. Schon vor dem Eingang stand einer der „Ranger“ und hatte ein kleines Wallaby in einem Beutel auf dem Arm. So niedlich! Im Park selbst laufen die Wallabies und Kangaroos frei herum und lassen sich auch streicheln. Ich weiß zwar immer noch nicht genau, worin biologisch gesehen der Unterschied zwischen einem Kangaroo und einem Wallaby besteht (vielleicht darin, dass Kangaroos eher einen auf „dicke Hose“ machen?!?),

aber ich weiß nun, dass sich die Wallabies weicher und glatter anfühlen als die Kangaroos, deren Fell ist eher wollig und ein bisserl störrisch. Ähnelt irgendwie dem von Koalas, die konnte man nämlich auch streicheln.

Leider hatten wir nur eine Stunde dort, aber der Park ist ja quasi hier um die Ecke, ich kann also jederzeit wieder hin und das werde ich sicher auch nochmal machen!

Als wir aus dem Park rauskamen, verabschiedete sich leider auch jede Hoffnung auf einen regenfreien Tag. Es goss, mal mehr, mal weniger, aber doch in einem durch. Dementsprechend schlecht war auch die Sicht in den Bergen. je höher wir kamen, desto dichter wurde der Nebel. Trotz Regen sind wir dann noch kurz in den Wald, Bushwalking im Regenwald ;)

Einen wunderschönen kleinen Wasserfall konnten wir dort bewundern, den großen sollten wir später nur hören können, von der Gondel aus war nichts zu sehen, außer weißem Nebel.

Trotzdem hat es Spass gemacht und auf dem Rückweg hörte dann auch der Regen auf, sodass wir zumindest den Olympic Parc und die Fahrt mit der Fähre zurück in die City trockenen Fußes genießen konnten.
Dieses Wochenende fing für mich schon Mittwoch nachmittag an. Donnerstag morgen bin ich wieder moderat früh ausfgestanden, denn es galt einen Flieger zu erwischen. Das Reiseziel: Melbourne. SChon der Beginn der Reise war sehr interessant. Zunächst einmal ist die Verbindung zum Flughafen unglaublich teuer. Ein One-Way Ticket kostet mehr als das doppelte eines Return-Tickets in die City und das, obwohl der Flughafen von der City aus nur drei Stationen entfernt ist! Wer weiß, ob die Leute wieder zurück kommen, wenn sie es erst einmal bis zum Flughafen geschafft haben, also vorher lieber nochmal ordentlich abkassieren… Am Domestic Terminal angekommen und eingecheckt, begab ich mich dann direkt durch die Sicherheitskontrolle, weil es ja nur noch eine Stunde bis zum Abflug war (da wusste ich ja noch nicht, dass wir ganze 30 Minuten Verspätung haben würden). Gerade hatte ich mich noch schön gefreut, dass man auf Inlandsflügen keine Flüssigkeitsbegrenzungen hat und ich beim Gang durch die Schleuse auch nicht gepiepst habe, da winkt mich ein Sicherheitsmensch etwas hinter der Schleuse zu sich: Er würde mich gerne mal auf „Explosives“ testen. Hallo, sehe ich etwa so aus, als würde ich jeden Moment explodieren? Schönen Dank auch! Natürlich habe ich das nicht gesagt, schließlich bin ich ja in einem fremden Land (vielleicht hat er ja meinen deutschen Pass gesehen, den ich noch in der Hand hielt…einen Tag vorm Anzac-Day pickt man wohl gerne mal die Leute raus, deren Nation bereits zwei Weltkriege angezettelt hat) und mit Flughafensicherheitsmenschen ist ja bekanntlich nicht zu spaßen, egal, wo man gerade ist. Also reduzierte ich meine Bemerkung auf ein einfaches „Seh ich so gefährlich aus?“ Nö, wäre Routine. Na dann… Also musste ich meine Handflächen präsentieren und wurde mittels eines Stabes, an dem ein Papierchen befestigt ist dort, an den Schultern, den Armen und den Hosentaschen, sowie an und in meinem Rucksack auf Explosives getestet. Und oh Überraschung, es wurde nichts gefunden! Als ich dann noch am Flughafen Geld ziehen wollte, weigerte der Automat sich, mir welches zu geben und auch in Melbourne hat es erst am dritten Automaten geklappt. Mann, hatte ich eine Angst, dass was mit der Karte nicht stimmt! Ist schließlich nicht einfach, hier an eine neue zu kommen!

In Avalon am Flughafen angekommen kaufte ich mir dann ein Return-ticket für das Flughafen-Shuttle, das einen etwa eine Stunde durch den Bush kutschiert, bevor man in der City ankommt. Dieses Ticket wiederum war fast so teuer wie das One-Way Ticket, was ich früher am Tag gekauft hatte. Gibt einem ja nun doch zu denken…

In Melbourne angekommen hab ich schnell im Hostel eingecheckt, meinen Rucksack aufs Bett geworfen, meine Handtasche gepackt und bin raus in die Sonne. Ja, dort schien tatsächlich die Sonne! Eine ganz tolle Erfahrung, nachdem Sydney ja unbedingt seinen eigenen April-Regen-am-Stück-Rekord von vor 77 Jahren brechen musste, der da lautet 11 Regentage hintereinander… Ja, sowas kommt hier dann tatsächlich in den Abendnachrichten, in Bielefeld denkt man in so einem Fall darüber nach, die Gummistiefel rauszuholen. Jedenfalls ging’s auf zum Büro des Veranstalters, bei dem ich die Tour zu den Little Penguins auf Phillip Island gebucht hatte. Durch den dichten Vor-Feiertagsverkehr sind wir leider ein wenig später als geplant dort angekommen, haben auf der Fahrt aber einige Infos vom Busfahrer erhalten. Zum Beispiel darf man in den Vororten von Melbourne keine Hochhäuser bauen, daher verteilen die sich ziemlich weit ins Land rein, außerdem war es ziemlich diesig, was daran lag, dass die Rangers gerade in den umliegenden Bergen und Wäldern kontrollierte Feuer legen, damit die Brandgefahr im nächsten Sommer nicht so hoch ist. Da ich offensichtlich bei einem veranstalter gebucht hatte, der Penguins Plus mit einschließt, musste ich nicht, wie die meisten anderen zu der Beton-Tribüne am Strand laufen, sondern konnte die Pinguine von einer etwas abseits gelegenen Holzplattform aus beobachten. Dort waren weniger Menschen und der Pfad der Pinguine führte direkt daran vorbei. Und so tauchten nacheinander Gruppen von bis zu 70 Pinguinen aus dem Dunkeln auf und watschelten mit geschnattert an uns vorbei, blieben hier und da mal stehen, um sich gegenseitig zu putzen, uns Menschen anzuschauen, oder auf eine andere Gruppe zu warten. Auf ihrem Weg durch die Dünen zu ihren Nestern konnte man die Pinguine sogar begleiten, weil sie direkt an dem Holzweg entlang laufen.

Die Tierchen sind total niedlich und man kann gar nicht anders als die ganze Zeit „oooh“ und „süüüß“ zu sagen, mit einer quietsche-stimme reden. Am liebsten würde man die Kleinen knuddeln und Baby nennen! Ich bin mehrmals von der Plattform aus mit einer Gruppe Pinguine mitgelaufen und dann wieder zurück um auf die nächste zu warten. Nebenbei konnte ich noch die Sterne beobachten, die richtig gut zu sehen waren, weil ja nicht viel Licht an war. Ich glaube, ich habe das erste Mal in meinem Leben die Milchstrasse gesehen (und das southern cross)! Danach habe ich noch ein wenig Zeit im Visitors Centre verbracht, in dem es eine Ausstellung über die Pinguine gibt und natürlich jede Menge Souvenirs (unglaublich, was manchmal für ein Müll verkauft und tatsächlich auch gekauft wird!). Übrigens können Pinguine ertrinken, wenn ihre Federn nicht genügend eingefettet sind, deshalb verbringen die Jungen und die Erwachsenen, die in der Mauser sind, auch eineige Zeit am Strand in ihren Nestern, bis sie sich wieder vernünftig eingefettet haben. Zu viel ist aber auch nicht gut, wenn Pinguine in eine Öllache geraten, werden sie am Strand eingefangen und kriege kleine Pullis angezogen, damit sie das Öl nicht verschlucken, wenn sie sich säubern und werden dann gereinigt und erst wieder freigelassen, wenn sie sich wieder ordnungsgemäß eingefettet haben und schwimmfähig sind. Und ihre Scheidungsrate beträgt 17% ;)

Freitag bin ich dann los um Melbourne zu erkunden, was schwieriger war, als gedacht. Das Problem hieß Anzac Day und dauerte bis 13 Uhr.

Nach dem Motto „if you can’t beat them, join them“ hab ich mir das Spektakel dann mal anschauen müssen. Beim Anzac Day geht es um die Soldaten, die für Australien in die beiden Weltkriege gezogen sind. Besonders im ersten, da es dort einige Meinungsverschiedenheiten mit den Briten gab, die die Australier gerne mal als Kanonenfutter benutzt haben. Jedenfalls gibt es in Melbourne einen Dawn Service, also eine Gedenkveranstaltung bei Sonnenaufgang (für die ganz eifrigen), dann den Anzac Day March, der um 9 Uhr morgens beginnt und sich bis 13 Uhr durch die Innenstadt mit Zielpunkt Shrine of Rememberance (und was das für ein Schrein ist!).

In dieser Parade laufen zum Beispiel Veteranen und deren Familien mit, aber auch andere Leute und sogar Schulklassen, die in authentischen Uniformen sämtliche Batallione, Abteilungen und was weiß ich nich alles darstellen, die in den Kriegen beteiligt waren und aus Victoria stammen. Von den Besatzungen sämtlicher Kriegsschiffe, der Handelsmarine, Spionage, Kundschaftern, Infantrie, Artillerie, Luftwaffe über Ärzte und Krankenschwestern bis hin zur Versorgung.

Dazwischen dann Musikkapellen und am Strassenrand ne Menge Aussies und solche, die es werden wollen, die ausnahmsweise mal ihren Nationalstolz und Fähnchen rausgekramt haben und klatschend die Parade anschauen. Irgendwie komisch, dass Soldaten als Kriegshelden verehrt werden, selbst noch 90 bzw. 70 Jahre nach den Weltkriegen. Gut, wenn man zwei Weltkriege anzettelt und auch noch verliert, macht man sowas wohl nicht (Zitat aus „Gallipoli“: „Don’t know why we are fighting, but Germany started the war“). Als die dann endlich fertig waren (ich hatte schon den Eindruck, die laufen einmal angekommen wieder zurück und stellen sich am anderen Ende der Parade wieder an, so viele Leute kann es doch unmöglich in Melbourne geben…), war es tatsächlich ein Uhr (und es gab noch einen Service…) und langsam rollte auch wieder der ÖPNV an und die Touri-Attraktionen machten wieder auf.

Ich also in den ersten Touri-Bus rein (gibt’s hier umsonst) und trotz meines Vorhabens erst einmal eine komplette Runde zu fahren, bin ich beim ersten Halt raus und ins Melbourne Museum rein. Dort gibt es eine Studentenermäßigung in Form von freiem Eintritt (das nenn ich mal ne Concession!) und ich hab es irgendwie geschafft, dort drinnen 3 Stunden zu verbringen! War super! Es gab viele Sachen zum Ausprobieren und es war super interessant. Neben ausgestopften Tieren und Dino-Skeletten gab es Bugs alive, also eine Austellung mit lebenden Insekten (man konnte seinen Kopf in eine Plastikkuppel stecken, die mitten in einem Termitenhaufen war, oder Käfern dabei zuschauen, wie sie ein totes Tier abnagen) und Aborigene-Kunst. Abends bin ich wieder zurück in die City zum Federation Square, dort gibt es eine große Leinwand und es wurde der Film „Gallipoli“ mit einem erschreckend jungen Mel Gibson gezeigt, das ganze gab’s umsonst und open Air auf kleinen Klappstühlen.

Samstag war mein letzter Tag in Melbourne und auch einer, dem ich mit Spannung entgegenblickte. Seit fast 10 Jahren habe ich eine Brieffreundin in Sri Lanka. Wie es der Zufall so will, ist sie vor ein paar Jahren nach Australien gezogen um hier zu studieren. Da sie in Melbourne wohnt, wollten wir uns treffen, wenn ich schon einmal da bin. Nachdem ich ausgecheckt hatte, hatte ich aber noch gut zwei Stunden bis zu unserem Treffen, also Zeit genug für ein Frühstück am Yarra-River, wo ich den Ruderern zuschauen könnte.

Das wäre auch eine Sportart für mich. Also nicht das Rudern, sondern eher die Position des Menschen, der vorne im Boot sitzt und den Ton angibt. Nach einem kleinen Abstecher ins Visitors Centre, also der Touristen Information, wo ich mich wieder mit massig Broschüren eindeckte (so ein riesiges Scrapbook kann ich gar nicht machen), verbrachte ich den Rest der Zeit in der Sonne auf dem Federation Square. Dann endlich war es soweit und meine Brieffreundin, von der ich niemals dachte, dass ich sie jemals sehen würde, stand vor mir. Nachdem wir also gegenseitig kundgetan hatten, wie unglaublich das doch ist, dass wir uns überhaupt und dann auch noch ausgerechnet in Australien treffen, brachen wir zu noch mehr Sightseeing auf, denn sie hat wegen der Uni auch noch nicht viele Touri-Sachen in Melbourne gemacht. Wir haben sogar erstaunlich viel geschafft. Zuerst ging’s zum Shrine of Rememberance, dann in die NGV (National Gallery of Victoria), nach einem gemeinsamen Lunch dann noch auf den Rialto Tower und schließlich noch ins Aquarium, wo Haie und riesige Stachelrochen um uns rumschwammen (ich hab übrigens auch einige Nemos und sogar Dories gesehen;)).

Dann war es auch schon Zeit Abschied zu nehmen, denn mein Bus zum Flughafen ging um 18 Uhr. Es war echt ein schöner Tag und wir haben viel gequatscht und Spass gehabt! Vielleicht werden wir uns nochmal sehen, denn sie kommt vielleicht im Juni oder Juli nach Sydney. Dann kann ich ihr die Stadt zeigen ;)

Ich brauchte mir übrigens auch keine Sorgen machen, dass ich auf dem Rückweg im Zug einschlafen würde, denn es gab Trackworks, also Gleisarbeiten und ein Teil der Strecke wurde durch Busse ersetzt, also musste ich statt einmal gleich dreimal umsteigen und kam eine halbe Stunde später als geplant in Rooty Hill an, aber da ich ja in einer so tollen Gastfamilie gelandet bin, musste ich nur kurz anrufen und wurde mitten in der Nacht (literally) vom Bahnhof abgeholt!

„Wild Australia“

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Wua, da holt Deutschland auf… Mit der Sommerzeit beträgt die Zeitdifferenz jetzt nur noch 9 Stunden. Aber nur eine Woche lang, denn nächsten Sonntag stellen wir um, allerdings auf Winterzeit!

Hier ein paar Ekelbilder, extra für meine Tante ;) :

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So, was is diese Woche geschehen? Montag war ja noch Feiertag, was ich da genau gemacht habe, hab ich glatt vergessen, aber ich glaube, ich war unter anderem mit Emma kurz in Rooty Hill spazieren. Quasi durch den „Bush“ *lol*

Bei der Arbeit war’s ganz gut, Dienstag durfte ich in der Preschool dann auch mal was machen, bekam immer ein Kind zugewiesen, mit dem ich mich dann beschäftigt habe. Nachmittags gab’s dann noch ein Meeting mit Lisa, Jenny und Ruby über die Pre-School class und danach eine kurze Einweisung von Ruby, mit der ich Mittwochs zusammenarbeite, was denn am nächsten Tag ansteht. Mittwoch hab ich Ruby dann zu einem Besuch in einer Kita begleitet, in der ein Junge mit Down-Syndrom ist, den sie (oder besser dessen Betreuer) sie dort betreut. Sinn eines solchen Besuchs ist es, zu sehen, wie sich das Kind dort macht, wie die Betreuer und anderen Kinder mit ihm umgehen und dann mit dem Betreuer abzusprechen, was weiterhin zu tun ist. Dem Betreuer werden dann unter anderem noch Materialien, Infos und Spiele empfohlen bzw. ausgeliehen, damit er entsprechend ausgerüstet ist. Es wurde dann beschlossen, dass der Junge Visuals in Form von Fotos bekommt. Diese zu erstellen war dann meine Aufgabe. Also bin ich mit der Digitalkamera der Orga bewaffnet wieder zurück zur Kita getigert und habe dort alles abgelichtet, was einem Kind dort so über den Weg läuft. Angefangen habe ich drinnen, weil die Kinder gerade draußen waren. Zusammen mit dem Betreuer des Jungen habe ich alles mögliche an Spielzeug rausgekramt und es dann vor einem neutralen Hintergrund aufgebaut und einzelnd abgelichtet. Dabei darf nur das Spielzeug selber auf dem Bild sein und zwar möglichst so, dass es generisch, also allgemein gehalten, ist. Sprich, Legosteine werden einzeln nebeneinander gelegt und nicht zusammengebaut fotografiert, im Sandkasten darf zwar Spielzeug, aber keine Kinder zu sehen sein usw… Als die Kinder zum Lunch reinkamen, hab ich draußen weitergemacht. Nach einer Stunde war die Speicherkarte voll und ich hatte ca. 70 Fotos von Spielzeug, Spielgeräten und den Toiletten gemacht. Zurück bei Connect gab’s dann erstmal ne Lunchpause und ein bisschen Zeit in der PEARL, weil Ruby noch nicht wieder da war. Dann gab’s noch ein ECICP-Meeting (Early Childhood Intervention Coordination Program – ja, ich hab aufgepasst *gg*) mit zwei Leuten vom Sydney West Hospital, eine davon war eine Psychologin, und zwei Leuten von einer Organisation, die in den Lower Mountains ähnliche Services anbietet wie Connect in den Mid-Mountains. Es ging größtenteils um Finanzbudgets und Weiterbildungsangebote bzw. Vorträge. Den Rest meines Arbeitstages habe ich dann mit dem Drucken, Schneiden und Laminieren der Fotos verbracht. Mein vollendetes Werk konnte ich dann auf dem Weg zum Zug in der Kita abgeben. Also mal etwas wirklich produktives getan ;)

Donnerstag war richtig cool. Da werd ich ja immer an MOCS (Mountains Outreach Community Services) ausgeliehen. Vormittags findet in der Scouts Hall eine Supported Playgroup statt, die immer richtig Spass macht. Als wir wieder zurück bei MOCS waren, wurde ich dem gesamten Team vorgestellt und sehr nett begrüßt. Die Leiterin hat mir gleich ein offizielles Name-Batch gemacht, dass ich dann ab nächste Woche jeden Donnerstag tragen werde und sie wollten mich auch gleich in eins ihrer dunkellila Shirts mit MOCS-Logo stecken. Bin nochmal drumrumgekommen (hat sich in der Geselligkeit der Lunchpause verlaufen *puh*), aber ich glaube, das nächste Mal werd ich dran glauben müssen. Is aber auch irgendwie cool und sicher ein super Souvenir, wenn ich es behalten darf ;) Nach dem Lunch hatte ich dann die Wahl zwischen zwei Meetings und ahb mich für das entschieden, das in Katoomba stattfand. Katoomba liegt noch mal gut 200 Meter höher als Hazelbrook und dort war es auch gleich eine Ecke kühler. Das Meeting fand in einem Cafe statt, das von einer fragwürdigen religiösen Vereinigung (12 tribes of Israel oder the family oder so) geleitet wird. Es ging um die Reconciliation, also einer Art Wiedergutmachung für das, was die Regierung in der Kolonialzeit den Aboriginees angetan hat, in Zusammenhang mit der Stolen Generation und dem Bringing Them Home Report (wer Lust hat, kann ja mal googeln, is interessant, was da so abgeht). Auf dem Rückweg sind wir dann extra einen anderen Weg gefahren, damit ich durch die Bäume hindurch einen Blick auf den unglaublich tollen Ausblick erhaschen kann. In der Ferne konnte man sogar deutlich die Skyline von Sydney sehen, die 100 km entfernt ist!

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Wo wir grad bei Entfernungen sind: Lieber Herr Rumour, dass meine Einträge seltener werden liegt nicht nur daran, dass ich mich hier eingewöhnt habe. Ich möchte dich mal sehen, wenn du morgens um 7 (Montags um 6) aufstehst, um kurz vor 8 (montags um kurz vor 7) in den Zug steigst, der dich 70 Minuten und 650 Höhenmeter (montags gut 90 Minuten und 950 Höhenmeter) später bei der Arbeit absetzt und etwa 7 Stunden später den ganzen Spass in umgekehrter Richtung erlebst. Wenn ich abends wieder hier bin, hat mein Tag schon locker 11 Stunden gehabt und um 7 kommt hier Home and Away, das muss auch noch geguckt werden ;) Irgendwie muss ich mich dann nich nochmal zwei Stunden vor den Laptop hauen ;) Mal abgesehen davon, dass ich dann meist von netten Leuten angechattet werde, mit denen ich mich dann lieber unterhalte statt Blog zu schreiben… Ja, das Leben ist halt kein Streichelzoo. Aber schön, dass du dich so sehr für meinen Ponyhof interessierst!

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Apropos Tiere, gestern war ich mit Nicole im Taronga-Zoo. Wir sind mit der Fähre vom Darling Harbour aus rübergefahren, Tickets für Fähre und Zoo kosteten für Studenten (zwei Leute, eine ISIC…Kommentar der Verkäuferin: Let’s pretend, I’ve seen both) nur 30 AD, also etwa 20 Euro. Die Fähre fährt einen einmal um den Hafen, den einen Teil sieht man auf der Hinfahrt und den anderen auf der Rückfahrt vom Zoo. Vom Zoo aus hat man einen Superblick auf Sydney, da er etwas höher gelegen ist. Ein paar Tiere waren nicht anwesend und andere wollten sich nicht für uns für Fotos umdrehen ;) Dafür haben wir aber jede Menge anderer Tiere gesehen und eine echt tolle Freiflug-Show, bei der ein Adler und eine Eule ganz dicht über unsere Köpfe hinweg geflogen sind und ein anderer komischer kleiner Vogel eine Münze aus der Hand eines Zuschauers gemopst hat. Ziemlich coole Sache. Oh, und ich hab die erste Jenny-Aktion hier gerissen. Eine Möwe hat mich auf der Hinfahrt angeschissen, meine Tasche und mein Shirt waren auf der einen Seite versaut. Also ich im Zoo direkt mal auf die Toilette, Shirt ausgezogen (hatte was drunter, wg. Ausschnitt und so…), unter Wasser gehalten, crap ausgewaschen und dann unter den Handtrockner gehalten, bis es wieder schön trocken war…

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Dann ging es auf ins Wild Australia. Der Zoo ist nämlich nach Kontinenten aufgeteilt. Direkt zu Anfang begegneten wir unserem ersten Koala! Man konnte zwar auch Fotos von sich und den Tieren machen lassen, aber das war uns zu teuer, den Spass gibt es nämlich im Featherdale Wildlife Park für umsonst und der ist quasi von Rooty Hill aus um die Ecke ;) Trotzdem hatten wir unseren Spass und auch noch was dabei gelernt, wie zum Beispiel was der Unterschied zwischen nem Wallaby und nem Kangaroo ist und dass Giraffen eine blaue Zunge haben, aus Sonnenschutzgründen.

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Kurz vor fünf standen wir dann wieder an der Anlegestelle um unsere letzte Fähre zu erwischen, die uns in einer gut einstündigen Rundfahrt wieder zum Darling Harbour brachte. Nach einem Abendessen bei Hungry Jack’s, das Burger King verdächtig ähnlich sieht, trennten sich unsere Wege wieder und ich war gegen 9 wieder zu Hause, todmüde.

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Sonntag hab ich dann erstmal verdientermaßen ausgeschlafen und bin dann später nach Penrith ins Shopping Centre. Ich sag euch, ich mag es echt, Sonntags einkaufen gehen zu können! Viel ist danach nicht mehr passiert, es gab Essen und nach einer Skype-Session mit der kompletten Familie hab ich mir noch Grey’s Anatomy angeschaut und bin dann ins Bett, weil ich heute morgen ja schon um sechs Uhr aufstehen musste ;)

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Kleine Anekdoten

Jane: "We should do something before you go. Maybe go out for lunch or dinner. Or we should have drinks and go out. I haven't seen you drinking!" Ich: "You don't wanna see that, believe me ;)" Jane: "What would you like to do?" Ich: "Stay here?!" Jane: "Oh yeah! Could you arrange that?"

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